Gesina Restel; Foto: Helmut Urack Sie ist eine Netzwerkerin, die Ideen spinnt wie Fäden, um daraus kleine und größere Projekte zu stricken. Gesina Restel ist zwar in Kreuzberg geboren, aber überzeugte Neuköllnerin, denn sie hat einen Großteil ihres Leben hier verbracht. Aufgewachsen ist sie in der Werbellinstraße im Rollbergviertel, dort hatten ihre Eltern eine Bäckerei. In jungen Jahren zog es sie nach Colorado, USA und nach London, 1984 kehrte sie zurück nach Berlin und holte die Mittlere Reife und das Abitur nach. Es folgten eine Ausbildung zur Heilpraktikerin, ein Studium der Gesundheits- und Sozialökonomie, eine Fortbildung im Bereich Medien-Projektmanagement und aktuell im Bereich EU-Fundraising. Dazwischen arbeitete sie u.a. zweieinhalb Jahre bei Bürgerstiftung Neukölln. Als die Stelle dort nicht weiterfinanziert wurde, war für sie der Punkt gekommen, ihre eigenen Ideen umzusetzen.

Gemeinsam mit sieben anderen gründete Gesina Restel den Verein Integrale Medizin, im Oktober war Eröffnung. „Wir verstehen uns als multiethnische Begegnungsstätte und Anlaufstelle für gesundheitsbezogene Fragen“ erklärt die Geschäftsführerin. Das Angebot umfasst neben Shiatsu, Reflexzonenmassage und Klassischer Massage auch Diskussionen und Vorträge. Außerdem geplant sind Projekte für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Drei Kinder und bald fünf Enkel hat sie mittlerweile, und vor dreieinhalb Jahren ist sie mit ihrer jüngsten Tochter von Schöneberg in die Ilsestraße gezogen. Vor allem die kurzen Wege und die Nähe zu den Menschen gefallen ihr im Quartier. „Es ist ein lebendiges Zusammenleben, und man hat viele Möglichkeiten, Kontakte zu knüpfen. Hier leben viele Menschen, die etwas bewegen wollen.“

Weil sie genau so eine Macherin ist, hat sie sich den KörnerKomplizen angeschlossen und gemeinsam mit ihnen im Oktober die Schnitzeljagd durch den Kiez organisiert. Das erste Körnerschnitzel war ein großer Erfolg, deshalb planen sie für April/Mai schon das nächste Event. Um das Straßenbild zu verschönern, wollen sie auch einen Wettbewerb zur Begrünung der Baumscheiben ausschreiben. Eigentlich gibt es kaum ein Projekt, wo sie nicht mitmischt, sei es bei den Kiezfesten, bei der neu gegründeten Jugendkunstschule oder beim Verteilen der Hundekotbeutel.

Übrigens gibt es seit dem Sommer jeden Dienstag von 16 bis 19 Uhr im Cosisuca in der Nogatstraße 30 Shiatsu TO-GO. Es soll dort Stammgäste geben, die schon darauf warten, bis Gesina Restel endlich mit ihrem Massagestuhl kommt.

Text: Claudia Mattern; Foto: Helmut Urack 

Integrale Medizin e.V. , Jonasstraße 25, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! , Mo und Do 13—20 Uhr, Di 10—17 Uhr, Mi und Fr 10—15 Uhr

(in gekürzter Version erschienen in der Körnerpost. Quartierszeitung für den Körnerpark, 37. Ausgabe, Dezember 2009 / Januar 2010)